Der Hoelle so nah

Asian

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Vorwort _ Natürlich gibt es auch neue Geschichten von mir. Diese entstand in den letzten Tagen.

© 2012

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TEIL 1

*

Es endete dort, wo es begonnen hatte.

*

Das Rollen der Wellen in den Ohren, den Geruch von Meer in der Nase, den Geschmack von Salz auf den Lippen und ein frischer Morgenwind in den Haaren. So stand ich splitterfasernackt auf der Terrasse und absolvierte meine Gymnastikübungen.

Durch die geöffnete Terrassentür hörte ich das Geklapper von Geschirr. Leise Musik und dazu das disharmonische Trällern von Mette. Meine Frau hatte viele Talente, aber Singen gehörte eindeutig nicht dazu.

“Kommst du?”

“Eine Minute noch, Schatz.”

Bei uns gab es keinen Zank um die Morgenzeitung. Mette las das ‘Berlingske Dagbladet’, eine überregionale dänische Tageszeitung. Ich, der dänischen Sprache weit weniger mächtig, ‘Die Zeit’.

Als sie mit dem Löffel auf ihr Frühstücksei klopfte, schaute ich von meiner Lektüre auf.

“Was?” Sie lächelte.

“Nichts. Ich schaue nur.”

Und was ich sah, gefiel mir.

*

Ich lernte Mette 1984 kennen.

Ein paar Jahre vorher war ich in die Leitung der Firma eingestiegen, die mein Vater nach dem Krieg aufgebaut hatte. Und dann wollte sich Vater aus dem Alltagsgeschäft zurück ziehen. Für mich vielleicht die letzte Gelegenheit, auf absehbare Zeit ein paar Urlaubstage genießen zu können. Also packte ich meinen Wagen und fuhr hoch an Dänemarks Nordseeküste.

Da die Hochsaison noch bevor stand, war es kein Problem, ein kleines Häuschen inmitten der Dünen zu bekommen.

Ich stellte den Wagen ab und trug meine Sachen ins Haus. Eine Viertelstunde später stand ich am Strand und genoß das kalte Wasser, das sich um meine nackten Füße kräuselte.

*

Ein paar Tage später saß ich auf der Terrasse und blätterte in meinen Unterlagen. Natürlich hatte ich mir Arbeit mitgenommen.

Um die Mittagszeit herum hatte die Sonne schon ziemliche Kraft. Nur mit Boxershorts bekleidet, genoß ich die Wärmestrahlen auf der Haut.

Konzentriert arbeitete ich mich durch die Unterlagen, als mich immer näher kommende Stimmen ablenkten.

Zwei junge Frauen, laut plappernd, stampften durch den puderigen Sand, auf der Suche nach einer geeigneten Stelle zum Verweilen. Und dabei kamen sie meinem Häuschen immer näher.

Keine zwanzig Meter von meiner Terrasse entfernt, schienen sie fündig geworden zu sein. Sie legten ihre Taschen ab und bereiteten eine Decke aus. Dann begannen sie sich auszuziehen.

Nicht, daß sie mich nicht gesehen hätten. Im Gegenteil! Kichernd schauten sie in meine Richtung. Und als das letzte Kleidungsstück gefallen war, winkten sie mir keß zu.

Ich schaute dem Treiben der beiden Däninnen eine Weile zu. Wie sie sich gegenseitig mit einer öligen Substanz einrieben. Wie sie gemeinsam eine Zigarette rauchten, bis das Öl auf ihrer Haut eingezogen war. Ich verlor sie aus den Augen, als sie sich auf die Decke legten.

Irgendwann ging ich ins Haus und machte mir etwas zum Trinken.

Als ich wieder auf die Terrasse trat, standen die beiden jungen Frauen vor mir. Nackt wie Gott sie erschaffen hatte, ohne den kleinsten Anflug von Scham, sprach mich die Größere der beiden Blondinen an.

Ich zuckte mit den Schultern. Und als ich ihnen sagte, daß ich des Dänischen nicht mächtig wäre, zuckten sie ebenfalls mit den Schultern. Auf Englisch fragten sie dann, ob sie meine Toilette benutzen dürften.

Die Hübschere der beiden Freundinnen hieß Mette.

“Schön hast du es hier”, sagte sie und streckte dabei ihren makellosen Körper der Sonne entgegen.

Als ihre Freundin aus dem Haus trat, hakten sich die beiden Frauen unter. Sie schauten erst mich von oben bis unten an, dann nickten sie sich gegenseitig zu.

“Willst du uns heute Abend nicht einladen?”, fragte mich Mette. “Wir könnten ein Feuer machen. Und etwas trinken?”

Ich war damals kein Kind von Traurigkeit, aber so eine Anmache hatte ich auch noch nicht erlebt.

“Ich könnte uns etwas grillen”, räusperte ich mich.

Sie schauten sich an. Nickten erst sich, dann mir zu.

“OK!”

Hand in Hand liefen sie davon, und mir blieb nur, ihre wippenden Backen zu bestaunen. Meine Boxershorts waren mir plötzlich viel zu eng.

*

Im Supermarkt hatte ich mich mit allem eingedeckt. Fleisch, Gemüse, Obst, frisches Brot. Da ich nicht wußte, welchen Wein die Frauen mochten, nahm ich sowohl vom Roten, als auch vom Weißen, reichlich Flaschen mit.

Als ich mich anschickte, den Grill vorzubereiten, sah ich die beiden Blondinen, wie sie sich vom Strand her meinem Häuschen näherten.

Küßchen links, Küßchen rechts.

Sofie nahm mir das Messer aus der Hand und bemächtigte sich des Gemüses. Mette entkorkte eine Flasche Rotwein. Während ich das Fleisch auflegte, schmachtete ich Mette an. Die Frau war nach meinem Geschmack. Keine Frage.

Groß, schlank, fast schon mager, mit einem bronzefarbenem Teint, der im herrlichen Kontrast zu ihrer blonden Lockenpracht stand. Die Brüste schwangen frei bitlis escort unter ihrem Batikshirt. Ihre Hotpants waren so geschnitten, daß bei jedem Schritt der Zwickel in die Pofurche rutschte. Ich konnte mich gar nicht satt sehen.

Nach dem Essen begannen Sofie und Mette vor meinen Augen zu tanzen. Sie schmiegten sich aneinander, streichelten sich, küßten sich. Irgendwann forderten sie mich auf, in ihren Kreis zu kommen.

Überall waren ihre Hände.

Überall waren ihre Münder.

Bald war ich nackt.

Nackt wie meine Gespielinnen.

Mette trank den Rotwein aus der Flasche. Übermütig. Ein feiner Faden rann aus ihrem Mundwinkel. Tropfte vom Kinn auf ihre Brust, beschrieb eine leichte Kurve und verschwand im Dekollete. Verweilte kurz im Bauchnabel, sammelte sich, und bevor er im haarlosen Delta versickern konnte, war Sofie mit gespitzten Lippen zur Stelle.

An diesem Abend liebte jeder Jeden.

Es war nicht mein erster Dreier, aber mit Sicherheit der Aufregendste. Als ich hinter Sofie kniete, und ihre Enge mich fertig zu machen drohte, stellte sich Mette mit weit gespreizten Beinen an den Rand der Terrasse. In der einen Hand eine Flasche Wein, hielt sie mit der anderen ihre Schamlippen offen und pißte im hohen Bogen in die Büsche, welche das Haus begrenzten. Als sie mich dann auch noch dabei anlachte, war es um mich geschehen. Zum ersten Mal an diesem Abend brüllte ich meine Lust heraus.

*

Am nächsten Morgen erwachte ich, weil mich langes Blondhaar im Gesicht kitzelte. Ich wollte mich umdrehen, aber das gestaltete sich schwierig. Blondchen Nummer Zwei wollte partout keinen Millimeter weichen.

*

Das Wetter war umgeschlagen. Fette schwarze Wolken zogen ihre Bahnen. Kurze Regenschauern taten ein Übriges den Tag einzutrüben.

Wir liebten uns vor dem Frühstück.

Wir liebten uns nach dem Frühstück.

Im Kaminofen knackten Holzscheite.

Der Duft von frischgebrühtem Kaffee zog durch den Raum. Sofie fand eine Packung mit Gebäck.

Mette hatte es sich auf dem Sofa bequem gemacht und eine Hand in ihr Unterhöschen geschoben. Ich döste im Fernsehsessel vor mich hin, bis Sofie sich zwischen meine Schenkel quetschte. Mit meiner Hand an ihrem Hinterkopf brachte ich sie ein ums andere Mal in Atemnot.

Irgendwann wurde ich wach und das Abendessen stand auf dem Tisch.

Während des Abendessens waren die Mädels unerwartet schweigsam.

“Was ist denn los?”, fragte ich.

“Sofie muß heute nach Hause”, erklärte Mette. “Morgen kommt ihr Mann nach Hause. Der arbeitet nämlich auf einer Ölplattform und sein Arbeitstörn ist morgen zu Ende.”

Ich hatte überhaupt nicht darüber nachgedacht, welchen familiären Background die Beiden hatten. In den vergangenen Tagen waren andere Dinge interessanter gewesen.

“Und du?”, sprach ich Mette an. “Mußt du auch nach Hause?”

“Ich bin nicht verheiratet”, lächelte mich Mette an. “Aber ich habe mich in dich verliebt. Und es kann sein, daß ich dich heiraten werde.”

Ich muß ein ziemlich dämliches Gesicht gemacht haben. Die Beiden feixten jedenfalls, daß es sicherlich bis ans Ende der Straße zu hören war.

*

Ziemlich auf den Tag genau, ein Jahr später, standen Mette und ich vor dem Traualtar.

Wenn ich Mette in ihrem weißen Kleid anschaute, dem rosigen Gesicht, aus dem die Lebensfreude nur so strahlte, ihrem vorgewölbten Bauch und ihren bebenden Brüsten, dann wurde es mir weich in den Knien.

Wir nannten unser Wunschkind Laura.

*

Mette klopfte immer noch auf ihrem Frühstücksei herum. Dabei lächelte sie mich fragend an.

“Wo um Himmels willen warst du denn?”

Ich schüttelte meine Erinnerungen ab. Lachte verlegen.

“Ich war in der Vergangenheit. Weißt du noch? Damals?” Ich nahm einen Schluck Kaffee. “20 Jahre. Nicht wahr?”

“Kommt ganz darauf an, ab wann du zählst”, lächelte mich Mette an. Sie schaute auf ihr Frühstücksei und mußte grinsen. “Erinnerst du dich noch, wie wir dich rasiert haben?”

“Ja, das war eine Nummer. Du und Frieda. Oh ja. Das tat weh!”

“Sofie”, korrigierte mich Mette liebevoll. “Frieda hieß Sofie.”

“Ach ja. Jetzt erinnere ich mich.”

*

An diesem Nachmittag liebten wir uns wie schon lange nicht mehr.

War es die Seeluft? Waren es die wenigen freien Tage, die wir uns erkämpft hatten? Oder war es einfach nur das Schwelgen in Erinnerungen?

Mette war wie entfesselt. Sie tat und forderte Dinge, die wir seit Ewigkeiten links liegen gelassen hatten. Meine kleine Perverse nannte ich sie früher immer, wenn wir zusammen waren. An diesem Nachmittag gefiel sie sich in der Rolle der Schlampe.

Und ich genoß es.

*

Am nächsten Morgen wurde ich wach, weil mir die Sonne ins Gesicht schien. Ein Blick zur Seite. Mette schlief noch. Das Bettdeck übers Gesicht gezogen, lagen ihre langen blonden Haare malerisch übers Kopfkissen verteilt.

Vorsichtig stand ich auf und schloß hinter mir die Tür. Nach einem Quickie im Badezimmer nahm ich den Brötchenbeutel und ein paar Münzen bolu escort vom Sideboard.

Die Luft war frisch und klar. Sie lud ein, einen Schritt schneller zu gehen.

*

Ich hatte den Tisch gedeckt und der Geruch von frisch gebrühtem Kaffee hing in der Luft. Spätestens jetzt ging immer die Tür auf und Mette tapste mit Schlafzimmerblick und Struwwelkopf ins Zimmer.

Nicht so an diesem Tag.

Ich gönnte ihr noch eine halbe Stunde, dann stand ich auf und wollte sie aus dem Bett scheuchen.

*

Daß etwas nicht stimmte, erkannte ich auf den ersten Blick. Die Decke lag neben dem Bett. In Brusthöhe verkrampften sich ihre Hände im Stoff des Nachthemdes. Das Gesicht verzerrt, war Speichel aus ihrem geöffneten Mund gelaufen. Zwischen ihren Schenkeln hatte sich das Laken dunkel verfärbt.

Am Schlimmsten war der Blick in ihre Augen. Dieser fragende Blick, wo ich denn wohl sei. Warum ich sie alleine gelassen hatte. Wann ich komme, um ihr zu helfen. Dieser Blick hat mich viele Jahre verfolgt.

Der Notarzt unterschrieb den Totenschein, nachdem er mir eine Spritze gab.

Ein guter Nachbar bot sich an, bei mir zu bleiben.

Er hatte auch meine Tochter angerufen.

Sie wollte sich sofort auf den Weg machen.

*

Mit 50 Jahren war ich auf einmal allein erziehender Vater einer 20jährigen Tochter.

OK. Ich weiß, wie sich das jetzt anhört. Und obwohl Laura damals schon ihr eigenes Leben führte, so war ich doch trotzdem immer noch ihr Vater.

Es dauerte lange, um über den ersten Schmerz hinweg zu kommen. Und obwohl ich mich auf Anraten meines Hausarztes sofort in psychotherapeutische Behandlung begab, so quälte mich der Verdacht, an Mettes Tod zumindest Mitschuld zu haben, eine lange Zeit.

*

Die nächsten Jahre stürzte ich mich in die Arbeit.

Krempelte in der Firma das Unterste zu Oberst.

Protegierte einen hoffnungsvollen jungen Mann, um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein.

*

Und dieser trat viel schneller ein, als mir lieb war.

*

2010, kurz nach meinem Fünfundfünfzigsten, verließen mich meine Kräfte.

Mitten in einer wichtigen Verkaufsverhandlung sackte ich auf meinem Stuhl zusammen, ohne daß ich etwas dagegen tun konnte.

Mein Arzt winkte mit der roten Karte.

Die Gelbe hatte er mir so oft gezeigt, daß das keinen Schrecken mehr hatte.

In der Reha lernte ich eine junge Krankenschwester kennen. Oft saßen wir am Abend zusammen auf einer Bank im Park und schwiegen. An einem dieser Abende nahm ich ihre Hand und schaute sie an. Sie erlaubte es mir mit einem stillen Lächeln.

Ich habe es selbst nie wirklich verstanden. Aber diese wortlosen Momente hinterließen bei mir ein Gefühl tiefer innerer Ruhe.

Langsam aber sicher reifte ein Plan in mir heran.

*

Ich verkaufte 49% meiner Firma an eine skandinavische Werft. Mein Protege setzte ich mit weitreichenden Vollmachten als Geschäftsführer ein.

An der dänischen Nordseeküste, zwischen Lokken und Hirtshals gelegen, kaufte ich mir nahe Norlev ein massiv gebautes Haus in Strandnähe. Bis zu den nächsten Häusern war es gut einen Kilometer zu beiden Seiten.

Die von mir gewünschten Veränderungen nahmen einige Wochen in Anspruch.

Die Zeit bis zum Einzug verbrachte ich damit, mich in dänischen Einrichtungshäusern umzuschauen. Immerhin mußte ein Großteil des Hauses möbliert und eingerichtet werden.

Im Oktober 2011 zog ich die Haustür meines neuen Hauses hinter mir zu.

*

TEIL 2

*

Die Touristen waren weg.

Und die Herbststürme fegten über das Meer.

Ich stand vor dem großen Ankleidespiegel im Schlafzimmer und konnte einen gewissen Stolz nicht verhehlen. Mein Bauchfett schmolz langsam aber sicher, die Muskeln an Waden und Oberschenkel traten deutlich hervor. Selbst der Pelz auf meiner Brust schien sich von grau in silbern zu verändern.

Wie jeden Morgen machte ich mich auf zum nächsten Laden. Kaufte Brötchen und ein Päckchen Schwarzbrot. Wieder schaffte ich es, an der Theke mit den Leckereien vorbei zu gehen, ohne schwach zu werden. Freja, Inhaberin, Kassiererin und die gute Seele in Personalunion, lächelte, als sie mich mit meinem inneren Schweinehund kämpfen sah.

“Lach nicht”, schimpfte ich liebevoll mit ihr. “Deine Törtchen grenzen an Körperverletzung. Weißt du das eigentlich?”

Freja grinste mich schelmisch an, während sie die einzelnen Posten in eine Kasse eingab, die längst ins Museum gehörte. Ich gab ihr ein paar Münzen, wünschte ihr noch einen schönen Tag und bat sie, ihrem Mann einen schönen Gruß auszurichten. Vor dem Laden nahm ich meine tägliche Lektüre aus dem Zeitungsständer und winkte zum Abschied Freja zu.

Nach dem Frühstück zog ich mir Gummistiefel und meine Ausgehuniform an. Als diese bezeichne ich bei trockenem Wetter, je nach Temperatur, mehrere Lagen aus dicken und dünneren Pullovern. Darüber noch ein Fließ mit Kapuze. Bei nassem Wetter gibt es ohnehin nichts Besseres als die altbewährte Ölhaut.

Mein Weg führte mich jeden burdur escort Tag abwechselnd nach links oder rechts den Strand entlang. Inzwischen kannte ich jede Düne, jede Holzstiege, Ebenso die Stellen, an denen Rettungsringe an hölzernen Kreuzen aufgehängt waren.

Um diese Jahreszeit war totes angeschwemmtes Getier nicht selten. Aber die Herbststürme warfen auch riesige Baumstämme, Holzpaletten oder andere Absonderlichkeiten an ‘meinen’ Strand. Wenn das wieder einmal passierte, klaubte ich mein Handy aus den tieferen Schichten meiner Kleidung und rief Magnus, unseren Dorfpolizisten, an. Der kümmerte sich dann darum.

*

Den Nachmittag verbrachte ich mit ‘Holz machen’. Ich hatte beim örtlichen Händler so viel Holzscheite bestellt, daß dieser nur den Kopf schüttelte. Aber wer sagt schon ‘nein’ zu einem guten Geschäft? Und so kippte er einen ganzen Lastwagen voll Scheite dem ‘spinnerten Alten’ vor die Garage. Die hatte ich in weiser Voraussicht vergrößern lassen. Und wenn ich überschlug, was drin war, und was draußen noch lag, dann hatte ich Platz für noch eine Wagenladung.

*

Ich hatte gerade das Geschirr des Abendessens – Spaghetti mit Hackfleischsauce – in den Geschirrspüler geräumt, als das Telefon läutete.

“Hi Paps. Ich bin’s.”

“Na, daß du dich auch noch mal meldest”, stichelte ich.

“Ja, ja. Ich weiß. Wie geht es dir denn? Bekommt dir die Luft? Gehst du auch regelmäßig zum Arzt? Nimmst du deine . . . .”

“Halt! Stop!”, unterbrach ich den Redefluß meiner Tochter. “Jetzt mach mal halblang.”

“OK. T’schuldige Paps.”

Meine Tochter lachte durchs Telefon, aber schon nach wenigen Minuten beschlich mich das Gefühl, daß etwas nicht in Ordnung war.

Und wirklich.

“Ich muß dich was fragen. Paps. Aber nicht böse sein, ja?”

“Frag ruhig.”

Zuerst druckste Laura noch herum, aber dann brach es aus ihr heraus.

“Ich will ein paar Tage zu dir kommen. Ich brauche dringend eine Luftveränderung.”

Stille.

“Geht das?” Ängstlich.

“Natürlich geht das”, antworte ich, nicht ohne Vorfreude. “Aber ich verstehe nicht. Willst du die Feiertage nicht mit, ähm, mit . . . wie heißt er noch . . . verbringen?”

“Fred! Vater! Er hieß Fred.”

“Hieß?”

“Ja. Hieß!”

*

Am Nachmittag lief ich aufgeregt die Straße vor meinem Haus hoch und runter. Selbstverständlich hatte ich Laura eine Skizze geschickt. Und ich wußte auch, daß meine Tochter ein Navi im Wagen hatte. Trotzdem lief ich vor meinem Haus hin und her und paßte auf. Sicher ist sicher!

Natürlich fuhr Lauras Wagen in dem Moment die Auffahrt hoch, als ich für einen kurzen Augenblick im Badezimmer verschwunden war. Typisch.

Wir fielen uns in die Arme. Klopften uns auf die Schultern, gaben Küßchen links und Küßchen rechts. Wischten Tränchen aus den Augenwinkeln und lachten darüber.

Laura ging einmal rund ums Haus. Ich hatte ihr zwar Bilder gemailt, aber in Natura hatte sie mein Prachtstück noch nicht gesehen.

Natürlich gab es sofort Verbesserungsvorschläge. Besonders was den Garten betraf. Besser: Was einmal der Garten werden sollte.

Wieder zurück am Wagen ließ Laura mit der Fernbedienung den Kofferraumdeckel aufspringen.

“Wie lange wolltest du bleiben?”, fragte ich vorsichtig.

“Was weiß denn ich, wie das Wetter wird?”, lächelte mich mein eigen Fleisch und Blut an.

Mit ihrem Handtäschchen und einem Trolley im Schuhkartonformat, schickte sich Laura an meine Burg in Besitz zu nehmen. Ich besah mir derweilen den vollgestellten Kofferraum und fragte mich, an welchem Punkt meine Erziehung versagt hatte.

*

“Es ist herrlich. Einfach himmlisch! Du hast es so schön hier!”

Laura breitete die Arme aus, schwang sie auf und ab, als wolle sie davon fliegen. Noch einmal schaute sie über ihre Schultern, dann lief sie jauchzend die Düne herab. Dem Wasser entgegen.

Meiner Tochter folgend, fiel mir auf, wie groß ihre Fußspuren waren. Ich nahm mir vor, nach ihrer Schuhgröße zu fragen, als sie auf mich zugelaufen kam. Mit ihren nassen Händen spritzte sie mir ein paar Tropfen ins Gesicht. Sie lachte aus vollem Herzen. Und ich war glücklich.

Untergehakt gingen wir den Strand entlang. Manchmal legte sie ihren Kopf an meine Schulter und schaute mich mit ihren großen Augen an. ‘Nicht fragen’ las ich darin, und ich hielt mich daran.

“Wollen wir auf dem Rückweg noch am Laden vorbei?”

“Hast du nicht genug im Haus? Wenn du willst, dann lade ich dich ein. Bestimmt kennst du ein schönes Restaurant in der Nähe.”

“Laß dich überraschen”, machte ich ihr den Mund wässerig. “Wenn wir Glück haben, dann verspreche ich dir eine kulinarische Sensation.”

“Na. Da bin ich aber mal gespannt.”

*

Freja war überrascht, mich an diesem Tag ein zweites Mal zu sehen.

“Na? Was vergessen?”

“Nicht wirklich. Ich wollte dir meine Tochter Laura vorstellen. Sie bleibt ein paar Tage.”

Die beiden Frauen gaben sich lächelnd die Hand.

Obwohl meine Tochter nie in Dänemark gelebt hat, sprach sie die Landessprache viel besser als ich. Das merkte ich, als die Beiden sofort anfingen sich über das Wetter, die Leute, die Stadt und über mich zu unterhalten. Gleichzeitig hantierte Freja an ihrer, über alles geliebten Hot Dog Maschine. Bis sie uns feierlich zwei ihrer Hot Dog Speziale in die Hände drückte.

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